Mit großer Spannung erwartete ich die heutige “Pressestunde”, war doch kein Geringerer als WKO-Präsident und SVA-Obmann Leitl der heutige Gast. Mit Sicherheit war ich nicht der Einzige der gespannt das Frage – Antwort – Spiel am Bildschirm verfolgte; zumindest dürften einige der mehr als 400.000 vom “ex-vertragslosen Zustand” Betroffenen mit ähnlicher Spannung auf unangenehme Fragen des Herrn Dittelbacher und/oder der Frau Chefredakteurin Föderl (derStandard) gewartet haben.
So verstrich Minute um Minute. Durchaus bedeutende Themen, wie Mindestsicherung, Transparenzkonto, Manager-Abfindungen wurden ausführlich erörtert.
Und dann plötzlich – exakt 8 Minuten vor Ende der Sendung, geschah es! Das Unerwartete! Wie aus dem Nichts schoss die atemberaubende Frage der Frau Chefredakteurin Föderl Richtung Herrn Leitl, wie er sich denn die Kontrolle der Mehrleistungen, welche von Ärzten künftig erbracht werden sollen, vorstelle. Ein Punkt, welcher im “Kompromisspapier” von SVA und Ärztekammer verankert ist. Antwort von Herrn SVA-Obmann Leitl: es wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis September diesbezügliche Vorschläge ausarbeiten soll.
Meine Spannung wuchs ins unermessliche! Hoffte ich doch, dass wenigstens in den restlichen paar Minuten scharfe, kritische Fragen des versierten Politdiskussions-Duos Dittlebacher – Föderl bezüglich des “vertragslosen Zustands” wie ein Hagelsturm auf Herrn Leitl herniederprasseln würden. Fragen zu Themen wie: “Kassenvielfalt” und ob diese noch zeitgemäß und/oder sinnvoll ist; war der “vertragslose Zustand” vielleicht sogar ein Probelauf für eine generelle Kassenreform, mit dem Zweck, die Reaktionen der Bevölkerung auf den unfreiwilligen Zustand einer ” Privatpatientenschaft ” zu testen; welche Mechanismen prophylaktisch eingebaut werden könnten, damit es gar nicht nicht mehr so weit kommt wie in den letzten zwei Wochen.
Ich bin mir sicher: die beiden Diskussionsleiter hätten weitaus bedeutendere und tiefgründigere Fragen stellen können …… wenn sie bloß gewollt hätten!
Was geschah stattdessen? Nach ziemlich exakt 2 1/2 Minuten und ohne jede weitere Frage war das Thema (offensichtlich) hinlänglich genug behandelt worden.
Nun möchte ich ja keineswegs behaupten, dass wir Unternehmer in Österreich der Nabel des Universums wären. Ebenso liegt es mir fern zu glauben, dass unsere Anliegen auch nur annähernd dieselbe Bedeutung hätten wie ungerechtfertigte Manager-Abfindungen, oder gar eine Mindestsicherung für Alle!
In meiner grenzenlosen Naivität habe ich jedoch tatsächlich im Stillen gehofft, dass die Ereignisse der letzten 14 Tage rund um die Problematik der medizinischen Grundversorgung(!!) – immerhin waren mehr als 400.000 Personen davon unverschuldet und unfreiwillig betroffen – doch wenigstens 5 Minuten der kostbaren Zeit der “Pressestunde” wert gewesen wären.
Mitnichten!
Womit für mich eines (wieder einmal) bewiesen wurde: Only bad News are good News! Sobald die „News“ aber nicht mehr „bad“ genug sind ist es nur noch ein kleiner Schritt, um in der österreichischen Medienlandschaft in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Also ganze 2 1/2 Minuten bis zur Bedeutungslosigkeit.
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